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Fatih Sultan Mehmet`s Dekret und Menschenrechte

Sultan Mehmed II riecht an einer Rose. Dieses Bild ist im Topkapi Palast
Sultan Mehmed II riecht an einer Rose. Dieses Bild ist im Topkapi Palast
Sultan Mehmed II riecht an einer Rose. Dieses Bild ist im Topkapi Palast

Sultan Mehmed II. ( * 30. März 1432 in Edirne; † 3. Mai 1481 bei Gebze), ist einer der berühmtesten Sultane des Osmanische Reiches. Er ist vor allem berühmt, weil er am 29. Mai 1453 Konstantinopel eroberte und somit eine neue Epoche einleiten lies. Das Osmanische Reich blühte auf. Zeitgleich bedeutete dies der Niedergang des Byzantinischen Reiches. Neben dem regieren war er ein hervorragender Künstler und Dichter. Sein Künstlername als Dichter war Avni. Knapp 10 Jahre nach der Eroberung von Konstantinopel als am 28 Mai 1463, nach der Eroberung von Bosnien veröffentlichte er einen Ferman, einen Freibrief für die Bevölkerung von Bosnien und Franziskanermönche der Abtei Fojnica. Ferman war im Osmanischen Reich oft von Sultanen oder Großwesire angefertigte eine Urkunde oder Dekret – was diees Ferman besagt war also Gesetz. Mit diesem Ferman spiegelt sich wieder einmal die Tolerante Haltung Fatih gegenüber den anderen Religionen wieder. Schon seit Jahrhunderten wird dieser Ferman in einer Kirche in Bosnien aufbewahrt. Dies ist damit auch die erste Menschenrechtsdeklaration der von einem Herrscher je verkündet wurde.

Fatih befahl folgendes:

Freibrief (ʿahidnāme) Mehmeds II. für die Franziskanermönche der Abtei Fojnica in Bosnien von 1463. Sie erhielten weitreichenden Schutz.
Freibrief (ʿahidnāme) Mehmeds II. für die Franziskanermönche der Abtei Fojnica in Bosnien von 1463. Sie erhielten weitreichenden Schutz.

Ich, Fatih Sultan Khan, Sohn Murat Khans verkünde hiermit der ganzen Welt:

Die bosnischen Franziskaner, für die dieser Ferman gilt, stehen unter meinem Schutz und ich befehle: Niemand wird weder diese Menschen in ihren Kirchen noch in ihrem Häusernbelästigen oder stören. Sie sollen in meinem Reich in Frieden leben und diese, die aus Furcht in Migration gefallenen Menschen sollen in Freiheit und Sicherheit leben. Sie sollen in alle Länder meines Reiches zurückkehren und sich ohne Angst dort in ihren Klostern niederlassen können. Ich verbiete es jedem, seien es Wesire, Beamten oder Bürger, niemand wird diesen Menschen Leid zu fügen oder sie beleidigen! Mit diesem Ferman schwöre ich bei Gott, bei unserem Heiligen Propheten Muhammed, den anderen Propheten und bei meinem Schwert, solange diese Menschen mir Treu bleiben, wird jeder nach diesem Ferman handeln und denken!
Fatih Mehmet Khan – Always Victorious(1463)

Fermane der osmanischen Sultane mit historischer Bedeutung

  • 1478: Ein Reform-Ferman von Fatih Sultan Mehmet bestätigt nach der Eroberung des Landes gegenüber Geistlichen in Bosnien die Glaubensfreiheit.
  • 1727: Ibrahim Müteferriká wird in einem Ferman von Sultan Ahmet III. die Einrichtung einer Druckerei in Konstantinopel erlaubt.
  • 1811: Der Inselgouverneur von Ägina gestattet den Architekten Charles Robert Cockerell und Carl Haller von Hallerstein die Ausfuhr der zuvor vom Grundbesitzer erworbenen Giebelskulpturen des Aphaiatempels, die über Athen und Zante nach Malta verschifft und dort vom Kunstagenten des bayerischen Kronprinzen Ludwig erworben werden. Seit 1812 sind sie in der Münchner Glyptothek zu sehen.
  • 1826: Sultan Mahmut II. ordnet per Ferman die Auflösung aller Janitscharen-Einheiten in seinem Reich an.
  • Am 28. August 1840 bestätigt der ägyptische Gouverneur Muhammad Ali Pascha in einem Ferman die Unschuld der in der Damaskusaffäre angeklagten Juden aus Damaskus.
  • Am 1. Juni 1841 erhält die Provinz Ägypten unter seinem Gouverneur Muhammad Ali Pascha Autonomie.
  • Am 5. Januar 1856 wird mit einem Ferman des türkischen Sultans die Konzession zum Bau des Sueskanals und zur Bildung einer Aktiengesellschaft hierfür erteilt.
  • 1867: Mit einem Ferman wird die Übergabe der Stadt Belgrad an Serbien geregelt.
  • 28. Februar 1870: Ferman zur Errichtung des Bulgarischen Exarchats (Sultan Abdülaziz)
  • 1880: Die deutschen Ausgrabungen in Pergamon werden durch einen Ferman von der Pforte bewilligt.

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