Sultan Mahmut II.

Porträt Sultan Mahmut II.
Porträt Sultan Mahmut II.
Porträt Sultan Mahmut II.

Sultan Mahmud II. war Sohn von Sultan Abdulhamid I. und Naksch-i Dil Valide Sultan. Mahmud wurde am 20. Juli 1785 in Konstantinopel geboren. Er war der 30. Thronfolger aus dem Hause Osman. Zur dieser Zeit befindet sich das Osmanische Reich langsam im Niedergang, da Janitscharen notwendige Reformen blockieren und gegen regierende Sultane revoltieren. Die Janitscharen erpressen sogar die Sultane um so mehr Geld zu bekommen. Sultan Mahmud II. war wie sein Onkel und Vorgänger Sultan Selim III. fest entschlossen das marode Osmanische Reich nach europäischem Vorbild zu reformieren. Zuerst müssten aber Janitscharen aufgelöst werden.

Exkurs: Die Janitscharen, die älteste Militärkapelle der Weltgeschichte. Einst die Elitetruppe und bedingungslose loyale Leibgarde des Sultans. Unbesiegbar und gefürchtet von dem Abendland – kehrten sie von der Schlacht entweder als Held(Gazi) oder als Märtyrer (Sehit) zurück! Doch 1808 ist dieser Mythos längst Legende. Im Gefolge der Türkenkriege (15. – 17. Jh.) gelten die Osmanen als die größte Bedrohung des christlichen Abendlandes. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts ist die Türkengefahr endgültig gebannt. Fortan ist das „Fremde“ eine neue Mode und eine Inspirationsquelle europäischer Künstler. (Siehe Türkenmode ab dem 18. Jahrhundert, „Rote Moschee” Schwetzinger Schlossgarten, Mozart: türkischer Marsch ff). Und die Janitscharen ? – zurückgeschlagen, besiegt dem Ansehen entthront. Dennoch existieren sie weiter im Systemkomplex des osmanischen Reiches an oberster Stelle! Kampfmoral, Siegeswille und Ehrenhaftigkeit werden schwächer. Korruption und die Gier nach Macht der Janitscharen gewinnen an Oberhand. Keine bedingungslose Gehorsamkeit mehr gegenüber dem Sultan – sie erpressen sogar viele Sultane um so an mehr Geld zu kommen. Bereits 1622 haben, janitscharische-Assassinen Sultan Osman II. ermordet. Genc Osman, Osman der Junge genannt, wurde nur 18 Jahre alt und wollte nur das Militär reformieren. Ebenso wollte Sultan Selim III. die Janitscharen abschaffen, er wurde schließlich am 28. Juli 1808 auch ermordet. Am gleichen Tag sollte auch Prinz Mahmud aus der Weltgeschichte verschwinden. Er war quasi der letzte männliche Nachfahre aus dem Haus Osman. Er entging den Meuchelmördern, um Sekunden und nur dank der Hilfe einer georgischen Sklavin: Cevri Kalfa.

Sultan Mahmud II. muss die Janitscharen blutig auflösen!

Obwohl die Janitscharen mit Sultan Mustafa IV. an ihrer Seite, versucht hatten Prinz Mahmud zu ermorden, musste Sultan Mahmud die Janitscharen noch einige Zeit erdulden, da er noch nicht die nötige Macht hatte diese abzusetzen. Sultan Mustafa IV. war nur eine Marionette der Janitscharen. Er regierte nur ein Jahr und wurde hingerichtet. Die Janitscharen wüteten und boykottierten jeden Reformschritt des neuen Sultans. Im April 1810 setzten sie in Galata rund 2000 Häuser in Brand. Die Janitscharen konnte der Mahmud II. erst 1826 in einem Hinterhalt blutig niederschlagen, um die Truppen des Osmanischen Reiches endgültig nach europäischem Vorbild zu modernisieren. Eine seiner ersten Reformen war unter anderem die neue Kleiderordnung. In der Geschichte sieht man Sultan Mahmud II. als einen guten, klugen Diplomaten – einen Reformer. Sein Talent für seine künstlerischen Begabungen traten, wegen seinen umfangreichen Staatsgeschäften, leider in den Hintergrund.

Sultan Mahmud II. der Künstler und Komponist

Mahmud hatte ein sehr großes Interesse an der Kalligraphie. Bereits in seinen jungen Jahren als Prinz hat er viele berühmte Werke vollbracht. Seine Werke werden heute in der Bibliothek im Topkapi Palast aufbewahrt. Seine musikalischen Künste erlernte Mahmud hauptsächlich von seinem Onkel Sultan Selim III. und Mustafa Izzet Efendi. Er konnte die musikalischen Instrumente wie Ney, Saz und Tanbur spielen. Mahmud wird auch nachgesagt, dass er eine schöne Stimme gehabt hätte. Bis heute sind insgesamt 26 Stücke in verschiedenen Makamen von Mahmud II. bekannt, drei von ihnen sind Märsche nach europäischer Art. Die Komposition, die Noten und die Songtexte seines Liedes Ebrulerin Zahmi gehören alle Samt Sultan Mahmud II.


Ebrulerin Zahmi Composer Sultan Mahmut II *1785 Old Ottoman Turkish Music

Original Text:

Ebrûlerinin zahmı nihandır ciğerimde,
Gül-rûhlerinin handeleri çeşm-i terimde,
Eşkim yerine kan dökülür dîdelerimde.

Sevdâ-yı muhabbet, esiyor şimdi serimde,
Takdîre ne hâcet bu da varmış kaderimde.

Bend eyledi gönlüm benim ol zülf-ü semensâ,
Bir hande ile kıldı heman aklımı yağma,
Yakdı beni yandırdı meded ol gül-i ranâ.

Sevdâ-yı muhabbet esiyor şimdi serimde,
Takdire ne çare bu da varmış kaderimde.

im heutigen türkisch:

Kaşlarının açtığı yara ciğerimde,
güle benzeyen yanağının gülüşler, ıslak gözlerimde saklıdır.
Gözlerimden gözyaşı yerine kanlar dökülür.

Şimdi başımda muhabbet sevdası esiyor.
Takdire ne hacet, kaderimde bu da varmış!

Yasemine benzeyen o zülüfler, gönlümü bağladı,
bir gülüş hemen aklımı başımdan aldı,
yaktı beni yandırdı, o güzel gülden medet!

Şimdi başımda muhabbet sevdası esiyor,
takdire ne çare, kaderimde bu da varmış.

Sultan Mahmut II. mochte die Musik sehr. Seine Lieblingsunterhaltung waren die Fasil-Abende im Topkapi Palast. An jenen Abenden sorgte Mahmud zusammen mit den wichtigsten Vertreten der osmanischen Musik wie Sakir Aga, Dellalzade Ismai Efendi und Hamamizade Ismail Dede Efendi für schöne Unterhaltungsabende im Osmanischen Hof. Fasil ist eine Bezeichnung einer feierlichen Zusammenkunft von Vokalisten sowie Musikern, die in unterhaltsamer Runde, speisend nach und nach verschiedene klassisch-türkische Stücke spielen. Ismail Dede Efendi widmete an einen dieser Fasil-Abenden, Sultan Mahmut II. sogar eines seiner wichtigsten Komposition: “Kasrı-Cennet” in Ferâh-fezâ makam

Original Text:

Bu gece ben, yine bülbülleri hâmûş ettim.
Ah u feryat ederek âlemi bî-huş ettim,
Tâk-ı eflâke resid oldu yine nağme-i âh,
Bülbül-asâ gece ta subha kadar cûş ettim.

im heutigen türkisch:

Ben bu gece yine bülbülleri susturdum.
Feryat ederek, âlemi akılsız kıldım.
Feryadımın nağmesi göklerin takına erişti.
Bülbül gibi geceden sabaha kadar coşup taştım.


Ottoman Turkish Music: Ferahfeza Saz Semai by Dede Efendi *1778

Sein Interesse für die Europäische Musik

Neben der türkischen klassischen türkischen Musik interessierte sich Mahmut auch für die europäische Musik. Er lud den italienischen Musiker Giuseppe Donizetti, Bruder von Gaetano Donizetti, nach Istanbul ein und ernannte ihn 1828 zum vorstehenden Palastmusiker. Donizetti arbeitete ganze 28 Jahre und erhielt den Beinamen Pascha. Siehe Artikel: Die Kaiserlichen Hymnen aus dem Topkapi Palast Istanbul Neben Kalligraphie, Musik war Sultan Mahmut auch ein leidenschaftlicher Dichter. Viele seiner Gedichte kann man ebenfalls im Topkapi Palast ansehen und lesen.

Söylemezmiydim Sana Ey Gulzar Composer Sultan Mahmut II *1785

Sultan Composers: Tavsanca by Mahmut II.

Eine Liste (jedoch nicht vollständig) weiterer namhafter Künstler, die zur der Entwicklung und Entstehung der türkisch-klassischen Musik beigetragen haben:

– Sultan Selim III * 1761
– Sultan Murad IV * 1612
– Sultan Mahmut I * 1754
– Sultan Mahmut II *1785
– Sultan Abdulaziz I *1830
– Sehzade (Prinz) Korkut *1467
– Tanburi Cemil Bey * 1873
– Tanburi Osman Bey * 1816
– Buhurizade Mustafa Itri Efendi*1640
– Haci Sadullah Ağa * 1730
– Dimitri Candemiroglu * 1673
Ali Ufki * 1610
– Tanburi M. Cavus *1700
– Hamamizade Ismail Dede Efendi * 1778
Santuri Ethem Efendi *1855
– Kemani Sebuh *1828
– Kemani Tatyos Efendi*1858
– Kemani Serkis Efendi * 1855
– Hafız Burhan *1897
– Sultan Abdülazîz (1830–1876)
– Kara Ismail Ağa (1674–1724)
– Nikoğos Ağa (1836–1885)
– Sadik Ağa (1757–1815)
– Sadullah Ağa (1730–1807)
– Tanbûrî Numan Ağa (1750–1834)
– Zeki Mehmet Ağa (1776–1846)
– Refik Talat Alpman (1894–1947)
– Hüseyin Sadettin Arel (1880–1955)
– Giriftzen Asim (1852–1929)
– Lemi Atli (1869–1945)
– Aleko Bacanos (1888–1950)
– Yorgo Bacanos (1900–1977)
– Hacı Arif Bey (1831–1885)
– Ismail Hakki Bey (1865–1927)
– Kaptanzade Ali Riza Bey (1883–1934)
– Neyzen Salim Bey (1829–1884)
– Rahmi Bey (1864–1924)
– Rifat Bey (1820–1888)
– Şevki Bey (1860–1891)
– Tanbûrî Cemil Bey (1871–1916)
– Tanbûrî Osman Bey (1816–1885)
– Ûdi Nevres Bey (1873–1937)
– Cevdet Çağla (1900–1988)
– Tanbûrî Mustafa Çavuş (1700–1770)
– Nayi Osman Dede (1652–1730)
– Neyzen Aziz Dede (1840–1905)
– Neyzen Emin Dede (1883–1945)
– Zekaî Dede (1816–1885)
– İsmail Dede Efendi (1778–1846)
– Kanuni Artaki Candan Efendi (1885–1948)
– Kemani Riza Efendi (1780–1852)
– Kemani Tatyos Efendi (1855–1913)
– Misirli Udi Ibrahim Efendi (1872–1933)
– Neyzen Dede Salih Efendi (1818–1888)
– Tab-i Mustafa Efendi (1705–1770)
– Rakim Elkutlu (1869–1948)
– Refik Fersan (1893–1965)
– Gazi Giray Han (1554–1607)
– Tanbûrî Isak (1745–1814)
– Buhurizade Itrî (1640–1711)
– Dilhayat Kalfa (1710–1780)
– Dimitri Kantemir (1673–1723)

Quellen:

– Vikipedi
– T.C. Kültür ve Turizm Bakanlığı
– Istanbulpark.de
– Derman, M. Uğur. “Sultan İkinci Mahmud’un Hattatlığı”,
– Şapolyo, Enver Benhan. Osmanlı Sultanları Tarihi. İstanbul: Rafet Zaimler Yayınevi, 1961.
– Ülken, Hilmi Ziya. Türkiye’de Çağdaş Düşünce Tarihi. 2. bs. İstanbul: Ülken Yayınları, 1979.
– bulentsavas.com/html/althtml/sultan2mahmut.htm

Sultan Mahmud II. war Sohn von Sultan Abdulhamid I. und Naksch-i Dil Valide Sultan. Mahmud wurde am 20. Juli 1785 in Konstantinopel geboren. Er war der 30. Thronfolger aus dem Hause Osman. Zur dieser Zeit befindet sich das Osmanische Reich langsam im Niedergang, da Janitscharen notwendige Reformen blockieren und gegen regierende Sultane revoltieren. Die Janitscharen erpressen sogar die Sultane um so mehr Geld zu bekommen. Sultan Mahmud II. war wie sein Onkel und Vorgänger Sultan Selim III. fest entschlossen das marode Osmanische Reich nach europäischem Vorbild zu reformieren. Zuerst müssten aber Janitscharen aufgelöst werden. Exkurs: Die Janitscharen, die älteste Militärkapelle…

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Siehe auch

Sultan Murad IV.

27. Juli 1612 Topkapi Palast, Konstantinopel – frohe Kunde! Das Hause Osman hat einen zweiten …

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